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In New York soll es so viele Galerien geben wie Restaurants. Das mag zwar nicht ganz wahr sein, es sind aber auf jeden Fall viele. Die traditionellen Stadtviertel, wo sich die meisten New Yorker Galerien befinden, sind:
Soho hat eine bewegte Geschichte. Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden hier die ersten Bordelle auf Manhattan, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden hier hauptsächlich Textilien produziert. In den sechziger Jahren haben Textilfabriken die Produktion aus New York ausgelagert und in die runtergekommenen ehemaligen Fabrikgebäude zogen Künstler und kleine Galerien ein. Inzwischen können sich junge Künstler das Leben in SoHo kaum mehr leisten und sind weitergezogen – meistens nach Brooklyn. Es gibt hier allerdings immer noch viele Galerien, die sich den Raum mit Luxusgeschäften teilen. Hier sind einige konkrete Adressen:
83 Grand Street
Di-Sa 10-18 Uhr
Der Eigentümer dieser inzwischen etablierten Galerie ist Jose Freire, der sich auf junge Künstler spezialisiert und im New Yorker Kunstmarkt schon seit 1987 mitspielt.
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76 Grand Street – 18 Wooster Street
Di-Sa 12-18 Uhr
Deitch Projects gehört zu den Galerien, die hin und wieder Aufsehen erregen. Gegründet 1996 von dem ehemaligen Bankmanager Jeffrey Deitch, hat die Galerie schon einige Skandale hinter sich. Zum Beispiel lebte zwei Wochen im Jahre 1997 der russische Künstler Oleg Kulik als Hund in den Räumen der Galerie. Unter den von der Galerie vertretenen Künstlern sind u.a. die in New York lebende japanische Künstlerin Moriko Mori, der Nachlass von Keith Harring, oder Kehinde Wiley.
291 Church Street
Di-Sa 11-18 Uhr
Eine von den wenigen kleinen non-for-profit Galerien, die Künstlern und Kuratoren einen Raum bieten, um Kunst zu zeigen, die nicht am Kunstmarkt orientiert ist.
Die ersten Kunsthändler haben sich in Upper East Side schon in den dreißiger Jahren angesiedelt, unter anderen auch Pierre Matisse, der Sohn von Henri Matisse. Heutzutage sind in dieser Gegend hauptsächlich Werke der klassischen Moderne, Alte Meister und etablierte Künstler zu sehen, während die cutting edge Galerien nach Brooklyn, SoHo und Chelsea umgezogen sind. Zu den bekanntesten Galerien in Upper East Side (und oft gleichzeitig in der Welt) gehören:
8 East 77th Street
Di-Sa 10-18 Uhr
Der in Italien geborene und 1999 gestorbene Leo Castelli ist zu einer Legende nicht nur unter New Yorker Galeristen geworden. Während seinen 50 Jahren als führender New Yorker Gallerist repräsentierte Castelli unzählige Künstler verschiedenster Richtungen – Castelli verkaufte u.a. das erste Soup Can Gemälde von Andy Warhole und vertrat z.B. Richard Serra, Jackson Pollock, Robert Rauschenberg, Wassily Kandinsky, Jasper Johns, Roy Lichtenstein und viele mehr.
980 Madison Avenue (Ecke 76th Street)
Di-Sa 10-18 Uhr
Die Galerie für moderne Kunst in New York, mit Filialen in London, L.A., Moskau und Rom. Wer bei Gagosian ausstellt, der hat es geschafft. Zu dem Stall der Galerie gehören Namen, auf die jedes Museum stolz sein könnte – Georg Baselitz, Richard Serra, Cecily Brown, Cindy Sherman, Jeff Koons, Marc Newson, Cy Twombly, Alexander Calder, David Smith und weitere. Bei Gagosian sind auch Werke von Alberto Giacometti, Jason Pollock, Jasper Johns oder Pablo Picasso zu kaufen – allerdings ist der Preis nicht für jeden zugänglich.
19 East 70th Street
Di-Sa 9:30-17:30 Uhr
Knoedler ist eine der ältesten Galerien New Yorks überhaupt, da es schon seit 1846 existiert. Neben großen Klassikern stellt die Galerie auch neuere Künstler aus, hauptsächlich im Project Space im Erdgeschoss.
8 East 76th Street
Mo-Do 10-18 Uhr
Die von Jack Tilton 1983 gegründete und geführte Galerie ist schon wegen ihres schicken Gebäudes sehenswert. In der letzten Zeit hat sich Tilton einen Namen gemacht als Vertreter vieler neuer Chinesischer Künstlern in New York, vertritt allerdings auch eine Reihe von westlichen Künstlern (u.a. Marlene Dumas, Francis Alys und David Hammons).
Junge Künstler, die sich das Leben auf Manhattan nicht leisten können, sind meistens nach Brooklyn umgezogen. Das Zentrum des Kunstlebens in Brooklyn ist die P.S.1 Gallery, eine Tochterinstitution der MoMA, die sich auf jüngere Künstler spezialisiert (siehe auch das Kapitel Museen in New York). Viele private Galerien gibt es auf und um die Main Street.
177 North 9th Street
Do-Mo 11-18 Uhr
Pierogi 2000, gegründet 1994 von dem abstrakten Maler Joe Amrhein, vertritt hauptsächlich unbekannte, vielversprechende Künstler, die in Brooklyn leben und arbeiten. Die Preise liegen meistens unter USD 2,000-3,000, was die Werke nicht nur für große Sammler zugänglich macht. Pierogi 2000 hat vor kurzem auch eine Filiale in Leipzig eröffnet. Besonders sehenswert ist das flat file, eine Sammlung von Zeichnungen und Grafiken von mehr als 600 Künstlern, das man in der Galerie durchblättern kann und einzelne Blätter daraus sehr günstig erwerben.
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